Bild: Matanzas / Cuba - Bild von Granma
 
 
Ein mit russischem Öl beladenes Schiff ist im Hafen von Matanzas im Westen Kubas eingelaufen. Kubas Ölkraftwerke erhalten damit dringend benötigten Nachschub und Russland bereitet einen Absatzmarkt für seine vom Westen gemiedenen Produkte vor. Weiter ist ein Tanker mit russischem Dieselöl schon am Donnerstag (14.) in Kuba eingetroffen. 
 
Die Vereinigten Staaten und Kanada haben wegen des Einmarsches in der Ukraine Sanktionen gegen russisches Öl und Treibstoff verhängt, während Europa und das Vereinigte Königreich ein Embargo für russische Rohölimporte zum Jahresende anstreben.

Der unter liberianischer Flagge fahrende Aframax-Tanker Suvorovsky Prospect erreichte den kubanischen Hafen Matanzas mit rund 700.000 Barrel Schweröl, die im russischen Hafen Ust-Luga geladen wurden. Nach aktuellen Marktpreisen hat die Ladung einen Wert von etwa 70 Millionen Dollar.
Das Tankschiff gehört laut der Schifffahrtsdatenbank Equasis einer Tochtergesellschaft des führenden russischen Schifffahrtskonglomerats Sovcomflot. Sovcomflot unterliegt den Sanktionen Großbritanniens, Kanadas und der USA und hat keinen Versicherungsschutz durch westliche Unternehmen für seine Flotte. 

Kuba, das von Venezuela als Hauptquelle für Energieimporte abhängig ist, war gezwungen, teure Treibstoffkäufe vor Ort zu tätigen, da sein politischer Verbündeter Schwierigkeiten hat, seinen eigenen Bedarf zu decken. Mehrere Öllieferungen sind bereits aus Russland eingetroffen, was Kuba zu einem der größten Importeure von russischem Treibstoff in Lateinamerika in diesem Jahr macht, wie aus Schiffahrtaufzeichnungen hervorgeht.

Venezuela hat in diesem Jahr bisher rund 56.610 Barrel pro Tag (bpd) Rohöl, Benzin, Diesel, Flugzeugtreibstoff und Heizöl nach Kuba geliefert, was etwas unter dem Niveau von 2021 liegt, wie aus Dokumenten und Daten des staatlichen Unternehmens PDVSA hervorgeht.

Kubas Präsident Miguel Diaz Canel hat die weltweit hohen Kraftstoffpreise kritisiert durch die die Regierung bedauerlicherweise Stromausfälle und Benzinrationierungen auf der Karibikinsel verwalten muss. Kuba erzeugt den meisten Strom aus Heizöl und der eigenen Schwerölproduktion. Kleinere dezentrale Kraftwerke, die mit Diesel betrieben werden, helfen dem Land, die Stromerzeugung zu ergänzen.
 
 
    Viva Cuba - Venceremos

 

    17.07.2022 eingestellt von HAM

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