...die SPD muss Größer Denken.

Die Chancen für Veränderung sind zu groß, als das in kleinen Schritten zu tun. Die SPD vor dem vierten Kanzler nach 1945!

„Die einen fühlten sich sehr links, bekämpften zumindest mit Plaketten und Autoaufklebern die Atomkraft, verbrachten die Kneipenabende auf ziemlich schmuddeligen Sofas, trugen ausgefranste Parkas und hatten lange Haare. Die anderen gaben den Vorzug für die geselligen Abendstunden die mit teuren Alkoholika gut ausgestatteten Partykeller der Eltern, kleideten sich in gelben Pullis und ganz billigen Cashmere-Schals, legten Wert auf Façon beim regelmäßigen Haarschnitt und gaben sich betont positiv gegenüber dem Staat, der Wirtschaftsordnung, der Leistungsgesellschaft.“

 

PS anno 2010. Ihr Absender: Franz Walter, einer der klügsten und originellsten deutschen Politologen. Titel des schlanken, aber dichten Bandes: „Gelb oder Grün? Kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte in Deutschland“ – noch immer unbedingt lesenswert.

 

Die Koalitionsverhandlungen, in deren Zentrum sofort FDP und Grüne standen, sind ins Stocken geraten. Die FDP verkündet stolzgeschwellt, was sie für nachgerade ausgeschlossen erachtet: Schuldenbremse, Steuern, Tempolimit, Impfen; nicht lockern, nicht erhöhen, nicht senken, nicht dringlicher machen. Die Grünen fragen sich, ob ihre pragmatisch gemeinte Nachgiebigkeit nicht schon ins Liederliche abgeschmiert ist. Walter, 2010: „Eben das macht das Problem einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Scharnierparteien der Mitte wirklich aus: Sie sind sich sozial nah, aber differieren im Ethos, in den Alltagsphilosophien, in ihren orientierenden Deutungsmustern nach wie vor erheblich. Sie unterscheiden sich vor allem dort, wo es ums Eingemachte geht, um die primäre politische Identität.“ Was Walter damals nicht für entgegengesetzte fundamentalistische Ideologien hielt, aber doch maßgeblich unterschiedliche Vorstellungen einer guten Gesellschaft, hat sich erheblich verschärft, ist politischer, materieller, fundamentaler geworden. Er ahnte aber schon damals, dass der „koalitionäre Schulterschluss“ beider Parteien nichts Gutes verheiße.

PS 2021: Vier Grokos gab es seit 1966, keine wurde von der SPD angeführt. Es könnte ein guter Zeitpunkt für das Land sein, Geschichte zu schreiben.

 
HAM Herbert Meyer, eingestellt am 14.11.2021
 
...Bild unten: der Wahlsieger und mögliche neue Kanzler???? 

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